Gerade liegen die Weihnachtsfeiertage hinter uns, die Vorratskammer ist schon wieder aufgefüllt und die nächste Feierlichkeit, der Jahreswechsel steht unmittelbar vor der Tür. Geht es Ihnen dabei auch gelegentlich so, dass Sie nach Festtagsbraten, Geschenken ein- und auspacken und stimmungsvollen Feierlichkeiten zwischen den Jahren immer mal wieder eine Kraftlosigkeit und Melancholie verspüren? Hat Sie auch der Festtagsblues gepackt?

Mir geht es jedes Jahr so und ich finde daran auch nichts verkehrt. Ich versuche zu verstehen, dass unser Leben aus Rhythmen besteht, denen man sich hingeben oder gegen die man ankämpfen kann – je nach Charakter und Naturell. Natur und Tierreich zeigen uns beispielhaft, wie man sich diesen Rhythmen anpassen kann. Der Baum wirft im Winter die Blätter ab, zieht sich in sich zurück gegen die Kälte im Außen. Tiere sammeln Futter für Monate, schlüpfen in ihren Bau, halten Winterschlaf.

Nur wir Menschen glauben, wir müssten ganzjährig auf Hochtouren laufen und geben sogar in den letzten Tagen des Jahres noch einmal richtig Gas: Geschenke kaufen, 5-Gänge-Menues für die Lieben vorbereiten, Emails und Festtagsgrüße schreiben. In manchen Unternehmen sind sogar die letzten Tage des Jahres die stressigsten. Projekte müssen abgeschlossen, Jahresabschlüsse gebucht, Budgets verabschiedet und Kündigungen ausgesprochen werden. Nach Rückzug und Winterruhe klingt das weniger.

Warum also nehmen wir uns nicht auch die Freiheit, uns die entsprechende Verlangsamung zu gönnen und die besinnliche Zeit mit vermeintlichem Nichtstun zu genießen? „Wer rastet, der rostet“? Nicht wirklich. Auch wenn wir nach außen nichts tun, heißt das nicht, dass wir untätig sind.

„Zwischen den Jahren“, die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr –eigentlich schon von der Wintersonnwende am 21. Dezember bis zum 6. Januar, dem ersten Tag des neuen Jahres – war bei unseren Vorfahren vermutlich aus den germanischen Wurzeln nicht nur eine heilige Zeit, sondern auch die „Raunächte“ waren eine besondere Zeit. Nach Möglichkeit wurde nicht gearbeitet, sondern im Kreise der Familie ausgeruht und gefeiert. Dies war eine Übergangszeit zum Abschluss des alten Jahres, des Lebensabschnittes, zur Neuorientierung. Sie diente der Besinnung, der Regeneration, neue Pläne wurden gefasst, das nächste Lebensjahr vorbereitet.

Wenn Sie also auch Ruhebedürfnis und Melancholie überkommen, haben auch Sie Ihre Aktivitäten reduziert oder funktionieren Sie noch in voller Fahrt? Vergessen Sie die Idealvorstellungen, die Erwartungen, die Anforderungen die uns von außen und von den Medien vorgegeben werden. Entscheiden Sie, was Ihnen guttut. Der eigentliche Lebensrhythmus sieht jetzt für uns in diesen Tagen Rückzug und Ruhe vor.  Nachdem alle anderen jetzt versorgt und beschenkt worden sind, dürfen Sie sich selbst beschenken:

  • zurückschauen auf das Jahr, das sich dem Ende zuneigt,
  • etwas tun oder erleben, wobei man wirklich Freude hat,
  • die beschauliche Zeit genießen, egal ob allein oder im Kreise von lieben Menschen,
  • es sich gemütlich machen und über künftige Pläne nachdenken,
  • die Ruhepause wirklich wahrnehmen, nicht nur vom Alltag, auch von allen großen und kleinen Verpflichtungen, die uns einengen,
  • reflektieren, was wirklich wesentlich ist,
  • alte Sichtweisen überprüfen, neue Perspektiven gewinnen.

Genießen Sie daher die besinnlichen und durchaus auch melancholischen Stunden im Kerzenlicht noch, bis das neue Jahr von ganz alleine an Fahrt und Energie aufnimmt, die Tage länger werden und Sie in neue Projekte und Vorhaben führt.

In diesem Sinne wünsche ich von Herzen einen guten Start in ein großartiges, inspirierendes und vielversprechendes 2018!

U.a. hier finden Sie auch Anregung und Unterstützung, wenn Sie das neue Jahr neu „sortiert“ beginnen möchten.

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